Ernährungshof THF

Ein Projekt der Initiative THF.Vision

Wir essen und trinken jeden Tag – Ernährung geht uns alle an. Mit einem Ernährungshof zu starten erscheint uns deshalb besonders naheliegend. Im Tempelhofer Flughafen gibt es fünf Küchen und daneben Kantinenräume. Daran schließen sich ein Saal und eine große Kapelle an.

Insgesamt ist die Etage im Bauteil K2 etwa 1000 Quadratmeter groß und hat Zugang zu einem grünen Innenhof.

Wir arbeiten eng mit dem Berliner Ernährungsrat zusammen, der ein Grundsatzpapier zur Ernährungswende erarbeitet hat. Uns erscheint der Standort einerseits ideal für das vom Senat geplante „House of Food“ nach Kopenhagener Vorbild, das einen Platzbedarf von etwa 250 Quadratmetern hat und das Ziel verfolgt, die Kantinen in Berlin weitgehend auf bio-regionale Lebensmittel umzustellen. Entscheidend dabei ist, die Köch*innen und das Küchenpersonal zu begeistern und zum Mitdenken und -machen zu motivieren (http://ernaehrungsrat-berlin.de/2019/03/28/pressemitteilung-28032019/ )

Aus unserer Sicht wäre das „House of Food“ ein idealer Startpunkt für weitere Nutzungen, die die Berliner Ernährungswende vorantreiben.

Expert*innen-Workshop // 17.12.2018

Gemeinsam haben wir am 17. Dezember 2018 etwa 25 Expert*innen eingeladen, um Ideen zu sammeln, wie im Tempelhofer Flughafen zunächst ein LebensMittelPunkt im Sinne des Ernährungsrats und schließlich ein Ernährungshof entstehen könnte – und was alles dazugehört. Das Spektrum der Teilnehmenden reichte von Catering-Unternehmer*innen, Architekt*innen und Aktivist*innen bis hin zu Wissenschaftler*innen, Köch*innen und einer Fachfrau aus der Senatsverwaltung. In dem ganztägigen Workshop wurde ein Grobkonzept erarbeitet, wie die Räume zu nutzen und möglichst viele Menschen zu beteiligen sind. Hier könnt Ihr die Workshopergebnisse nachlesen.

Gefördert wurde die Veranstaltung von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Dort ist Staatssekretärin Margit Gottstein zuständig für das Thema Ernährung. Wir haben eine Broschüre erstellt, die unsere Idee möglichst vielen schmackhaft machen soll.

Entwicklungs-Workshop // 21.08.2019

Der Workshop vom Berliner Ernährungsrat und THF.Vision am 21. August war sehr ermutigend. Etwa 45 Menschen nahmen an dem offenen Treffen teil, viele signalisierten am Schluss, dass sie sich weiter engagieren und einbringen möchten.

Vor acht Jahren war hier noch Kantinenbetrieb –
seither stehen die Räume leer. Aber die Uhr geht noch richtig!

Zunächst besichtigten wir noch einmal gemeinsam die Räume im Gebäudetrakt K2. Ingo Gräning von der Wisag schloss uns auch die Türen zum grünen Innenhof auf – ein idealer Ort, um Hochbeete anzulegen. Hier könnten Kinder und Erwachsene erleben, wie aus Saatkörnern Möhren und Radieschen werden – und aus ihrem Kraut später wieder Erde.

Der Grünbereich ist ebenerdig von den Essräumen, dem Saal und der Kapelle aus zu betreten.

Anders als wir bisher dachten gibt es einen Zugang von außen in den grünen Innenhof. Ein Workshopteilnehmender bestätigte, dass der mit etwas Aufwand barrierefrei gestaltet werden kann.

Im oberen Stockwerk von K2 gibt es etwa 300 Quadratmeter Küchenräume

Anschließend ging es an die Arbeit in die Zollgarage. Wir hatten ja explizit angekündigt, dass wir erste Schritte in Richtung Umsetzung gehen wollen – und tatsächlich waren eine ganze Reihe hochkompetenter Praktiker*innen und Expert*innen gekommen. In Kleingruppen arbeiteten wir weiter am Nutzungskonzept und den dafür nötigen räumlichen Voraussetzungen, sammelten Ideen zur Öffentlichkeitsarbeit und diskutierten, wie wir transparente, effektive und demokratische Entscheidungsstrukturen aufbauen können. Wir wollen uns weiter vernetzen und uns so organisieren, dass bald weitere Interessierte gut andocken können.

Kurzum: Die Zivilgesellschaft sitzt in den Startlöchern. Was fehlt ist eine politische Entscheidung, was aus dem Gesamtgebäude werden soll.

Annette Jensen

Annette.Jensen@thf.vision